Praxis für Chinesische Medizin 中医

Chinesische Arzneitherapie

Chinesische Arzneikräuter Die in China innerhalb der Chinesischen Medizin am meisten angewandte Therapieform ist die Arzneitherapie (Heilkräutertherapie). Sie gilt als sogenannte "Innere Medizin" und kommt v.a. bei chronischen Erkankungen, Erkrankungen der inneren Organe oder der Körperflüssigkeiten zum Einsatz. Auf Grundlage der ausführlichen und ganzheitlichen Diagnostik wird eine individuell auf den Patienten zugeschnittene Rezeptur zusammen gestellt (Mischung aus verschiedenen Substanzen). In den meisten Fällen werden unterschiedliche Bestandteile von Heilpflanzen, seltener auch tierische oder mineralische Substanzen verschrieben. Arzneien, die unter Artenschutz stehen, verschreibe ich nicht. Die "Arzneitee"-Zubereitungen werden 2-3 Mal täglich eingenommen, es gibt verschiedene Darreichungsformen (s.u.). Im Behandlungsverlauf wird die Rezeptur entsprechend dem Krankheitsverlauf angepasst und verändert. Hierfür ist ein regelmäßiger Kontakt in vereinbarten Abständen notwendig.

Generell zu beachten

Die Einnahme der Arzneitees sollte in einem mindestens ½-stündigen Abstand zu den größeren Mahlzeiten und zur Einnahme von anderen Medikamenten erfolgen. Die letzte Portion nicht später als 2-3 Stunden vor dem Schlafengehen trinken. In folgenden Situationen setzten Sie die Arznei bitte ab oder rufen mich in der Praxis an: Bei Auftreten eines akuten Infektes (Erkältung oder Magen-Darm-Infekt); bei allen Problemen oder Fragen, die im Zusammenhang mit der Einnahme auftauchen; wenn der Geschmack für Sie allzu schlecht sein sollte, oder sich im Laufe des Einnahmezeitraums ein zunehmender Widerwille einstellt.

Darreichungsformen

Chinesische Dekoktierküche im TCM-Krankenhaus Abkochung (Dekokt): Nach meiner Verordnung erhalten Sie von der Apotheke individuell für Sie zusammengestellt eine Mischung aus zerkleinerten Wurzeln, Rinden, Samen, Blättern. Diese frischen Rohdrogen kochen Sie in einem Topf mit Wasser nach Anleitung (s.u.) ab, wobei ein konzentrierter Sud entsteht, den man mit Wasser verdünnt mehrmals täglich einnimmt. Die Abkochung wird i.d.R. für 5-7 Tage gemacht, der Sud im Kühlschrank gut verschlossen aufbewahrt.

Kochanleitung zur Herstellung eines Dekoktes: Wenn nicht anders vermerkt, geben Sie die Gesamtmenge der Arzneien in einen Topf und weichen sie in ca. 2 Liter kaltem Wasser für mindestens 1 Stunde bis max. 8 Std. ein (alle Kräuter sollten bedeckt sein). Da sich die Kräuter vollsaugen, noch einmal soviel Wasser nachfüllen, bis alles bedeckt ist. Nun bringen Sie das Ganze zum Kochen. Erst dann beginnt die Kochzeit, die auf dem Rezept vermerkt ist. Damit Flüssigkeit verdampfen kann, öffnen Sie bitte den Topfdeckel halb. Arzneien, die eine kürzere Kochzeit haben werden von der Apotheke gesondert verpackt. Diese geben Sie wie auf dem Rezept vermerkt später hinzu. Nach Ende der Kochzeit gießen Sie den Sud durch ein Sieb und teilen die Flüssigkeitsmenge durch die Anzahl der Tage, für die der Tüteninhalt bestimmt war. So erhalten Sie Ihre Tagesdosierung. Bitte den konzentrierten Sud nachdem er abgekühlt ist, gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren.

Zur Einnahme sollten Sie das Konzentrat mit beliebig viel heißem Wasser verdünnt, mehrmals über den Tag verteilt trinken.

Um die Wirkstoffe der Kräuter noch besser zu extrahieren, ist es möglich eine 2. Abkochung zu machen. Dies ist für die Wirksamkeit jedoch nicht zwingend erforderlich.

Granulate: Hierfür werden die Abkochungen der einzelnen Rohdrogen maschinell hergestellt und auf eine Trägersubstanz (stärkehaltig) aufgesprüht. Nach Vorgabe des Rezeptes mischt die Apotheke die Einzelgranulate zusammen. Dazu erhalten Sie einen Meßlöffel. Die auf dem Rezept vermerkte Tagesdosis teilen Sie in 2-3 Einzelportionen auf, messen die jeweilige Granulatmenge ab und trinken sie in etwas heißem Wasser aufgelöst.

Pulver: Ein Pulver wird durch Kleinmalen der Rohdrogenarzneimischung von der Apotheke hergestellt. Sie erhalten einen Meßlöffel. Nachdem Sie die auf dem Rezept vermerkte Tagesdosis in 2-3 Einzelportionen aufgeteilt haben, messen Sie die jeweilige Menge ab und kochen sie mit wenig Wasser auf (nach Belieben etwa 0,25-0,5 Liter). Das Ganze etwa 10 Min. ziehen lassen und nach Abseihen am besten noch warm trinken. Einfacher ist es, morgens eine Abkochung mit der gesamten Tagesdosis vorzunehmen. Die Flüssigkeit können Sie dann in einer Thermoskanne aufbewahren und über den Tag verteilt trinken (ggf. noch einmal mit Wasser verdünnen).

Pillen, Tinkturen, Hydrolysate: Es ist auch möglich, die Heilkräuter bzw. Dekokte zu Pillen / Tabletten verarbeiten zu lassen, bzw. Tinkturen oder Hydrolysate herstellen zu lassen. Letztere eignen sich besonders für Kinder.